Gustav Klimt und Madam d’Ora im Leopold Museum

Gustav Klimt und Madam d'Ora im Leopold Museum

Schon lange haben wir uns vorgenommen, uns wieder mehr auf die Wiener Kultur- und Museumsszene zu konzentrieren und da kommt ein Urlaubstag im Sommer gerade richtig. Im Leopold Museum im MuseumsQuartier Wien werden gerade vier interessante Ausstellungen von Gustav Klimt, Madam d’Ora, Heidi Horten Collection und Egon Schiele gezeigt. Wir entscheiden uns für Gustav Klimt und Agnes d’Ora. Als ortskundige Wiener machten wir uns mit der U-Bahn zum MuseumsQuartier auf, schneller kommt man in Wien nicht voran, als mit den öffentlichen Verkehrsmittel. Beim Volkstheater angekommen, stiegen wir gut gelaunt die Stufen aus dem Untergrund hoch, um oben festzustellen, dass wir Orstkundigen den falschen Ausgang genommen hatten, also Fußmarsch Richtung Museum. Im Innenhof vom MQ, der mit den Enzi-Sitzen einzigartig und stylish erscheint, nahmen wir in einem der schattigen Gastgärten der dort ansässigen Lokalen Platz und eine kühle Erfrischung. Wenn wir ein Museum besuchen, dann meistens um die Mittagszeit, da wir festgestellt haben, dass es da in den Ausstellungen ruhiger ist.

Gustav Klimt und Madam d'Ora im Leopold Museum

Gustav Klimt und Madam d'Ora im Leopold Museum

Gustav Klimt und Madam d'Ora im Leopold Museum

So nun aber ab in die Ausstellung von Gustav Klimt (mit einer Eintrittskarte kann man alle Ausstellungen besuchen). Gustav Klimt Jahrhundertkünstler! Zum 100. Todestag zeigt diese Präsentation neben den Beständen des Leopold Museums und der Privatsammlung Leopolds zahlreiche Werke aus einer Leihgabe aus Privatbesitz der Nachfahren Klimts und Bilder, sowie Zeichnungen aus Privatbesitz ebenso als Leihgabe. Klimt hat alleine 4000 Zeichnungen bzw. Skizzen angefertigt für seine Bilder.

Die Ausstellung spannt einen Bogen von seinen Anfängen bis zum Tod 1918. Für mich beeindruckend ist das Frauenbildnis von 1893, das eine junge Frau in einem schwarzen Spitzenkleid zeigt und wie detailgetreu, fast wie ein Foto, er dieses Bild gemalt hat. Zu sehen sind auch die einst skandalösen Fakultätsbilder für die Wiener Universität. Skizzen für den Bau der Wiener Secession, seine Zeichnungen von facettenreichen Frauentypen und Frauenporträts der Gesellschaftsdamen. Er galt als der Maler der Frauen.

Erstmals zu sehen in einem Dialog sind die Bilder Tod und Leben und die Braut. Gustav Klimt war auch ein beeindruckender Landschaftsmaler, das zeigen seine Bilder von Sommeraufenthalten am Attersee. Eine wunderbare Schau vom Anfang seines Schaffens über sein Atelier bis hin zu seinem Tod.

Gustav Klimt und Madam d'Ora im Leopold Museum

Gustav Klimt und Madam d'Ora im Leopold Museum

Nach einer kurzen Pause und ein paar Aufnahmen im imposanten Treppenhaus, ging es weiter zur etwas kleineren, aber um nichts uninteressanteren, Präsentation „Machen Sie mich schön, Madam d’Ora“ über Dora Kallmus, genannt Madam d’Ora. Sie machte Karriere als Fotografin der Berühmten und Schönen zwischen 1907 und 1957, Gustav Klimt trat als erster Maler vor ihre Kamera und Pablo Picasso war der letzte Künstler. Sie machte Modefotografien für die namhaftesten Designerinnen von Chanel über Schiaparelli, Balenciaga bis zu Lavin.

Ebenso fotografierte sie für die angesagtesten Zeitschriften und hatte Ihren Lebensmittelpunkt in Paris bis sie als Jüdin 1940 ihr Atelier d’Ora verlor und sich jahrelang vor der Verfolgung durch deutsche Besatzungssoldaten in Frankreich versteckte. Nach dem Kriegsende richtete die Gesellschaftsporträtistin ihr Augenmerk auf die Opfer des Krieges und die Brutalität der Pariser Schlachthäuser. Eine interessante Ausstellung für jeden, der sich für Kunst, Mode und Fotografie interessiert. Madam d’Ora starb in Frohnleiten, Österreich, 1963.

Gustav Klimt und Madam d'Ora im Leopold Museum

Gustav Klimt und Madam d'Ora im Leopold Museum

Gustav Klimt und Madam d'Ora im Leopold Museum

Nach diesen beeindruckenden und imposanten Präsentationen waren wir hungrig geworden und machten uns auf zum Lunch. Da bieten sich zum Beispiel gleich die hervorragenden Lokale im Bereich des MuseumsQuartiers an. Wir wählten aber das ausgezeichnete Glacis Beisel in der Breite Gasse, erreichbar über eine Treppe oder mit dem Lift, gleich hinter dem MuseumsQuartier. Ein herrlicher Gastgarten, freundliches und zuvorkommendes Personal und eine fantastische Küche.

Rundum glücklich ging ein Urlaubstag zu Ende. Auch im Sommer kann ein Tag im Museum Erholung und eine Bereicherung sein.

Yours Evelin

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2 Kommentare

  1. 🙂 Liebe Evelyn,
    ich liebe es in’s Museum zu gehen, insbesondere wenn die Temperaturen so sind, wie wir sie in den letzten Wochen in Wien hatten!
    Schiele habe ich mir bei der Ausstellung in der Albertina angesehen. Seither ist mein Bedarf bis auf alle Ewigkeit gedeckt.
    Aber Klimt ist natürlich toll.
    Schöne Eindrücke hast Du uns da mitgebracht.
    Hab ein schönes Wochenende und ganz liebe Grüße
    Claudia 🙂

    • Liebe Claudia,
      Vielen lieben Dank für Dein schönes Feedback, freue mich sehr darüber. Ich muss sagen, dass es mir mit der Schieleausstellung in der Albertina auch so ging. Im Herbst werden einige interessante Austellungen großer Künstler gezeigt und die sehe ich mir sicher an.
      Eine schöne neue Woche und liebe Grüße
      Evelin

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